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Wärmepumpe und Legionellen: Welche Warmwassertemperatur schützt wirklich?

Wer eine Wärmepumpe betreibt, denkt meist zuerst ans Heizen – und ans Sparen. Doch beim Thema Warmwasser kommt noch ein dritter Faktor ins Spiel, den man nicht ignorieren sollte: die Hygiene. Denn Wärmepumpen arbeiten mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen, und genau das kann unter ungünstigen Umständen Bakterien auf den Plan rufen, die sich in lauwarmem Wasser besonders wohlfühlen – Legionellen.

 

Die gute Nachricht: Das Risiko ist beherrschbar. Mit der richtigen Einstellung und einer gezielten Legionellenschaltung lässt sich die Wärmepumpe sowohl effizient als auch hygienisch sicher betreiben. Wie das geht, was hinter der richtigen Warmwassertemperatur steckt und wann Sie einen Fachbetrieb einschalten sollten – das erfahren Sie hier.


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Kleine Bakterien, große Wirkung

Was sind Legionellen – und warum lauern sie im Warmwasser?

 

Legionellen, genauer gesagt Legionella pneumophila, sind Bakterien, die natürlich in Gewässern, Böden und feuchten Umgebungen vorkommen. In kleinen Mengen sind sie weitgehend harmlos. Gefährlich werden sie dann, wenn sie sich im Trinkwasser stark vermehren und als feine Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, eingeatmet werden. Das geschieht zum Beispiel beim Duschen, wenn das Wasser vernebelt wird.

 

Die möglichen Folgen: die sogenannte Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, oder das mildere Pontiac-Fieber mit grippeähnlichen Symptomen. Übertragen werden Legionellen ausschließlich über das Einatmen von belastetem Wasserdampf, nicht durch das Trinken von Wasser.

 

Kein Grund zur Panik also, aber ein guter Grund, die eigene Warmwasseranlage im Blick zu haben.

 

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Das ideale Klima für Legionellen – warum Warmwasserspeicher problematisch sein können

 

Legionellen haben, wie alle Lebewesen, ihre Lieblingstemperatur. Sie vermehren sich besonders gut in einem Bereich von etwa 25 bis 45 °C, wobei die deutlichste Vermehrung im Bereich um 35 bis 45 °C stattfindet. Viele Warmwasserspeicher werden im Alltag genau in diesem Temperaturband oder knapp darüber betrieben.

 

Hinzu kommen begünstigende Faktoren: stehendes, wenig bewegtes Wasser in großen Speichern oder langen Leitungen sowie selten genutzte Entnahmestellen.

 

Stellen Sie sich einen Warmwasserspeicher vor, der dauerhaft um die 40 °C gehalten wird und selten vollständig entleert wird – das ist für Legionellen annähernd ein „Idealbad“: lauwarm, ruhig, gute Wachstumsbedingungen.

 

Deshalb gilt: Nicht nur die Temperatur, sondern auch Speichergröße, Nutzungsfrequenz und Leitungsführung entscheiden darüber, wie hoch das Risiko tatsächlich ist. 

 

Warum bei Wärmepumpen besonders auf die Temperatur geachtet werden muss

 

Das Prinzip der Wärmepumpe – und seine Herausforderung beim Warmwasser

Wärmepumpen sind Effizienzwunder, aber nur, wenn sie mit möglichst niedrigen Temperaturen arbeiten können. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und gewünschter Vorlauftemperatur, desto effizienter läuft die Anlage und desto besser ist der COP (Coefficient of Performance), also das Verhältnis von eingesetztem Strom zu gewonnener Wärme.

 

Das Problem: Der optimale Betriebsbereich einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für die Warmwasserbereitung liegt oft bei 45 bis 55 °C – und damit nahe an oder innerhalb der Wachstumszone für Legionellen. Eine konventionelle Gasheizung hingegen erhitzt Trinkwasser häufig auf deutlich höhere Temperaturen, was Legionellen kaum eine Chance lässt.

 

Mehr zur Funktionsweise einer Wärmepumpe lesen Sie in unserem Beitrag: Die Funktion einer Wärmepumpe – einfach erklärt.

 

 

Stagnation als unterschätztes Risiko

 

Mindestens genauso wichtig wie die Temperatur ist die Frage: Wie lange steht das Wasser im System? Ein großer Speicher mit 300 Litern, der nur von einer Person genutzt wird, wechselt sein Wasser nur sehr langsam. Dazu kommen selten genutzte Entnahmestellen – das Gäste-WC, der Kellerwasserhahn, der Gartenanschluss – in denen das Wasser über Tage oder Wochen steht und sich abkühlen kann.

 

Die Lösung ist deshalb nicht nur eine Frage der Temperatur, sondern auch der regelmäßigen Nutzung aller Entnahmestellen. Ein Durchlauferhitzer hingegen hat dieses Problem schlicht nicht, weil das Wasser nie längere Zeit steht.

 

Faustregel: Ein überdimensionierter Speicher bei geringer Nutzung ist nicht nur Platzverschwendung – er ist ein hygienisches Risiko. Die Speichergröße sollte stets am realen Warmwasserbedarf ausgerichtet sein.

 

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Welche Warmwassertemperatur ist bei der Wärmepumpe sinnvoll?

 

Die Frage nach der „richtigen“ Warmwassertemperatur ist nicht mit einem einzigen Wert zu beantworten. Fachorganisationen wie das Umweltbundesamt empfehlen, im Leitungssystem mindestens etwa 55 °C einzuhalten, um das Wachstum von Legionellen wirksam zu hemmen; als noch sicherer gilt eine Speichertemperatur von rund 60 °C, weil Legionellen oberhalb von 60 °C rasch absterben.

 

Reichen 50 Grad Warmwasser bei der Wärmepumpe?

 

50 °C im Speicher und im Verteilnetz können das Legionellenwachstum zwar deutlich bremsen, gelten jedoch nicht generell als ausreichend sicherer Standardwert – insbesondere bei größeren Anlagen mit Zirkulationsleitungen. Wer das Risiko möglichst gering halten möchte, sollte sich an den gängigen Empfehlungen orientieren: eine Speichertemperatur von etwa 60 °C und mindestens 55 °C in den Leitungen bis zu den Entnahmestellen, soweit dies mit dem konkreten System und der Verbrühungssicherheit vereinbar ist.

 

Hinweis: In kleineren Einfamilienhäusern mit kurzen Leitungswegen und regelmäßiger Nutzung kann je nach Norm und Auslegung auch eine niedrigere Speichertemperatur zulässig sein, wenn der gesamte Wasserinhalt regelmäßig ausgetauscht wird. Die individuelle Auslegung und das tatsächliche Nutzungsverhalten spielen hier eine zentrale Rolle. Der Meisterbetrieb in Ihrer Nähe kann prüfen, welche Temperatur für Ihre konkrete Anlage sinnvoll und sicher ist. Lassen Sie sich unverbindlich beraten.

 

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Was ist eine Legionellenschaltung – und wie funktioniert sie?

 

Die Legionellenschaltung (thermische Desinfektion) ist ein automatisches Programm in der Steuereinheit der Wärmepumpe oder der Trinkwassererwärmung. Sie sorgt in festgelegten Abständen dafür, dass der Warmwasserspeicher auf deutlich erhöhte Temperaturen – typischerweise über 60 °C, teilweise bis etwa 70 °C – aufgeheizt wird, um vorhandene Legionellen abzutöten. In vielen modernen Wärmepumpen ist ein solches Programm werkseitig vorhanden.

 

Fachlich hat sich der Blick auf diese Funktion weiterentwickelt: Technische Regeln und Empfehlungen betonen heute, dass der wichtigste Baustein für die Hygiene der dauerhafte Betrieb mit ausreichend hohen Temperaturen (mindestens etwa 55 °C im Leitungssystem, meist 60 °C am Speicheraustritt) und ein bestimmungsgemäßer Betrieb der Anlage sind. Eine Legionellenschaltung wird eher als ergänzende Maßnahme gesehen, etwa bei bestimmten Anlagenkonstellationen, in Sanierungsfällen oder nach längerer Stagnation, und nicht als alleiniger Standardersatz für dauerhaft geeignete Temperaturen.

 

Die Legionellenschaltung kann in bestimmten Situationen dennoch sinnvoll sein – zum Beispiel bei langen Leitungswegen, selten genutzten Entnahmestellen oder nach längerer Abwesenheit, wenn ein erhöhtes Risiko für Stagnation besteht. Ob und in welcher Form sie für Ihre Anlage empfehlenswert ist, sollte ein qualifizierter Fachbetrieb beurteilen.

 

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Wie oft sollte die Legionellenschaltung laufen?


Wie häufig eine Legionellenschaltung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal für alle Gebäude beantworten. Je besser die Anlage dauerhaft mit ausreichend hohen Temperaturen betrieben wird und je regelmäßiger alle Entnahmestellen genutzt werden, desto weniger häufig ist in der Regel eine zusätzliche thermische Desinfektion erforderlich.


Empfehlungen reichen – je nach Anlagenkonzept und Fachmeinung – von regelmäßigen Desinfektionszyklen (z. B. täglich oder wöchentlich) bis hin zu eher anlassbezogenen Einsätzen, etwa nach längerer Stagnation oder im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen. Welche Intervalle fachlich sinnvoll sind, hängt von Größe und Art der Anlage, der Nutzung und den bestehenden Hygienerisikofaktoren ab.


Ein Meisterbetrieb kann für Ihre individuelle Situation festlegen, ob und wie oft eine Legionellenschaltung notwendig und wirtschaftlich vertretbar ist.


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Verbraucht die Legionellenschaltung viel Strom?

 

Das ist eine berechtigte Frage – und die ehrliche Antwort lautet: etwas mehr Strom schon, aber im Rahmen. Die Aufheizung des Speichers auf über 60 °C ist immer energieintensiver als der normale Warmwasserbetrieb, weil größere Temperaturhübe erreicht werden müssen.

 

Wie stark sich dieser Mehrverbrauch auswirkt, hängt vom Speichervolumen, der Starttemperatur, der Zieltemperatur und der Häufigkeit der Desinfektionszyklen ab. In vielen Haushalten macht eine gelegentliche Legionellenschaltung nur einen überschaubaren Anteil am Jahresenergieverbrauch der Wärmepumpe aus; bei häufigem Einsatz oder großen Speichern kann er jedoch merklich werden. 

 

Wer hohe Hygienesicherheit mit möglichst guter Effizienz verbinden möchte, sollte daher die Intervalle fachkundig planen und die Anlage so auslegen, dass dauerhaft geeignete Temperaturen mit möglichst geringem Energieeinsatz erreicht werden.

 

Braucht jede Wärmepumpe einen Heizstab für den Legionellenschutz?

 

Ob ein Heizstab für den Legionellenschutz erforderlich ist, hängt vom konkreten Anlagenkonzept ab. Einige Luft-Wasser-Wärmepumpen stoßen bei der Trinkwassererwärmung an ihre Grenzen, wenn dauerhaft hohe Temperaturen – etwa 60 °C am Speicheraustritt und mindestens etwa 55 °C in der Zirkulationsleitung – erreicht werden sollen, insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen. Hier kann ein integrierter elektrischer Heizstab als Unterstützung dienen, um die benötigten Temperaturen gezielt zu erreichen.

 

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) verfügen aufgrund der höheren und stabileren Quelltemperaturen oft über bessere Voraussetzungen, auch ohne Heizstab höhere Warmwassertemperaturen zu erreichen; in der Praxis hängt dies aber stark von der Auslegung, der Speichergröße und dem jeweiligen Gerät ab.

 

Ob Ihre Anlage die erforderlichen Temperaturen zuverlässig erreicht und ob ein Heizstab für den Legionellenschutz sinnvoll ist, sollte ein qualifizierter Meisterbetrieb anhand der realen Betriebsbedingungen prüfen. Mehr zum Zusammenspiel von Wärmepumpe und Heizstab lesen Sie in unserem Beitrag: „Bivalenzpunkt der Wärmepumpe richtig einstellen“.

 

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Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus – wer muss was beachten?

 

Einfamilienhaus: Keine Pflicht, aber sinnvolle Vorsorge

Ein- und Zweifamilienhäuser sind nach aktueller Trinkwasserverordnung in der Regel von der systemischen Untersuchungspflicht auf Legionellen ausgenommen, unabhängig von Speichergröße und Leitungslängen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Thema Legionellen keine Rolle spielt: Auch im privaten Eigenheim empfehlen Fachstellen, auf geeignete Temperaturen und eine bestimmungsgemäße Nutzung zu achten.

 

Als praxisnahe Orientierung gelten etwa eine Speichertemperatur von mindestens rund 55–60 °C und mindestens 55 °C im Warmwasser-Leitungssystem, um das Legionellenwachstum zu hemmen bzw. zu unterbinden, soweit dies mit der Verbrühungssicherheit vereinbar ist. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Nutzung aller Entnahmestellen – vom Hauptbad bis zum Gäste-WC –, damit kein Wasser über längere Zeit stagniert. Wer nach einem Umbau, einer Neuinstallation oder nach längerer Abwesenheit auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einen Fachbetrieb hinzuziehen.

 

Mehrfamilienhaus und kleinere Gewerbeobjekte: Wann greift die gesetzliche Pflicht?

Für Mehrfamilienhäuser und viele gewerblich oder öffentlich genutzte Gebäude gelten strengere Anforderungen. Die Trinkwasserverordnung sieht eine Untersuchungspflicht auf Legionellen vor, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

 

  • Trinkwasser wird im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgegeben (z. B. Vermietung, Betrieb einer Einrichtung).
  • Die Warmwasseranlage überschreitet bestimmte Größen (Speicherinhalt über 400 l oder Leitungsinhalt zwischen Speicher und Entnahmestelle über 3 l).
  • Es sind Duschen oder andere Einrichtungen vorhanden, bei denen Wassertröpfchen eingeatmet werden können.

 

Sind alle Kriterien erfüllt, müssen solche Anlagen in festgelegten Intervallen auf Legionellen untersucht werden – typischerweise mindestens alle drei Jahre bei rein gewerblicher Nutzung (etwa Vermietung) und mindestens jährlich bei öffentlicher Nutzung, etwa in Kindergärten, Schulen oder Hotels. Das Gesundheitsamt kann in begründeten Fällen abweichende Intervalle festlegen. Wird der Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 ml erreicht oder überschritten, sind Betreiber verpflichtet, zusammen mit Fachleuten Ursachen zu ermitteln, Maßnahmen zu ergreifen und die Schritte zu dokumentieren.

Im Zweifelsfall gilt: Das zuständige Gesundheitsamt ist die rechtsverbindliche Anlaufstelle für Ihre konkrete Situation. Für die technische Einstellung und Überprüfung Ihrer Anlage steht Ihnen der qualitätsgeprüfte Meisterbetrieb in Ihrer Nähe zur Seite.

 

Wenn Sie eine Wärmepumpe in einem Mehrfamilienhaus betreiben oder planen, lohnt sich außerdem ein Blick in unseren ausführlichen Beitrag: „Wärmepumpe für Mehrfamilienhaus – das gilt es zu beachten“.

 

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Was tun, wenn der Maßnahmenwert überschritten wird?

 

Wird im Rahmen einer Untersuchung ein Wert von 100 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml Trinkwasser erreicht oder überschritten, ist dies nach Trinkwasserverordnung ein Maßnahmenwert, der eine Reihe von Schritten auslöst. In der Regel gehören dazu:

  • Die unverzügliche Information des zuständigen Gesundheitsamtes (häufig bereits durch die Untersuchungsstelle),
  • eine Ursachenermittlung, etwa im Rahmen einer Ortsbegehung, und die Prüfung, ob die Anlage den anerkannten Regeln der Technik entspricht,
  • eine schriftliche Risikoabschätzung mit Bewertung der Gefährdungslage und Ableitung von Maßnahmen,
  • geeignete Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik sowie
  • die Information der betroffenen Verbraucher über Ergebnisse, mögliche Nutzungseinschränkungen und ergriffene Maßnahmen.

 

Zudem müssen Untersuchungsergebnisse und Maßnahmen über einen längeren Zeitraum dokumentiert werden. In vielen Darstellungen werden hierfür mindestens zehn Jahre genannt. Für Ursachenermittlung, Risikoabschätzung und die Planung von Maßnahmen sollten Betreiber Fachleute mit entsprechender Expertise beauftragen, etwa einen qualifizierten Meisterbetrieb für Trinkwasserhygiene. 

 

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Effizienz vs. Hygiene – der Zielkonflikt bei der Wärmepumpe

Warum höhere Temperaturen die Effizienz kosten

 

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn sie mit möglichst niedrigen Vorlauf- bzw. Speichertemperaturen betrieben werden; jede zusätzlich erforderliche Gradzahl senkt den COP und erhöht die Stromkosten. Hygienische Anforderungen an das Warmwasser – etwa Speichertemperaturen um 60 °C und mindestens etwa 55 °C in Leitungen, um Legionellenwachstum zu verhindern – liegen tendenziell über den „Effizienz-Sweetspots“ vieler Wärmepumpen.

 

Die Herausforderung besteht daher darin, die hygienisch empfohlenen Mindesttemperaturen zu erreichen und zu halten, ohne die Anlage unnötig ineffizient zu betreiben. Das lässt sich durch eine sorgfältige Auslegung des Systems, geeignete Speichergrößen, gut gedämmte Leitungen und eine passend eingestellte Regelung lösen – oft in Kombination mit einem Heizstab oder einer Hochtemperatur-Wärmepumpe, wenn die Wärmepumpe allein die Zieltemperaturen nicht wirtschaftlich erreicht.

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Die smarte Lösung: Effizienz und Hygiene intelligent kombinieren

 

Eine sinnvolle Lösung liegt in einer präzisen Systemauslegung und Einstellung. Ziel ist es, die empfohlenen Temperaturen – etwa 60 °C am Speicheraustritt und mindestens rund 55 °C im Warmwasser-Leitungssystem – möglichst verlässlich zu erreichen, ohne das System dauerhaft höher als nötig zu fahren. Dazu gehören eine korrekt ausgelegte und eingestellte Zirkulationspumpe, gut gedämmte Leitungen, der Verzicht auf unnötige Totleitungen sowie die regelmäßige Nutzung aller Zapfstellen, um Stagnation zu vermeiden.

 

Man kann sich das so vorstellen: Eine Warmwasseranlage arbeitet hygienisch nur dann zuverlässig, wenn das warme Wasser überall im System ausreichend warm bleibt – ähnlich wie eine Heizungsanlage nur dann effizient ist, wenn Wärme nicht über ungedämmte Leitungen verloren geht. Den besten Schutz bietet daher eine Kombination aus gleichmäßig hohen Temperaturen, durchdachtem Leitungsnetz und bestimmungsgemäßem Betrieb statt allein gelegentlichen Temperaturspitzen. Was dies im Detail für Ihre Anlage bedeutet, sollte ein Meisterbetrieb anhand der konkreten Gegebenheiten prüfen.

 

Mehr zur optimalen Einstellung Ihrer Wärmepumpe können Sie in unserem Beitrag „Wärmepumpen optimal einstellen – so geht's“ nachlesen.

Wann sollten Sie einen Meisterbetrieb für die Trinkwasserhygiene zurate ziehen?

 

In vielen Fällen ist es sinnvoll, die Einstellungen der Warmwasseranlage nicht allein vorzunehmen, sondern frühzeitig eine Fachkraft einzubeziehen. Ein qualifizierter Meisterbetrieb sollte insbesondere dann hinzugezogen werden, wenn:

  • eine Neuinstallation oder ein größerer Umbau der Warmwasseranlage erfolgt,
  • die Temperaturverhältnisse und Einstellungen unklar sind oder Zweifel bestehen, ob die empfohlenen Temperaturen (z. B. mindestens 55–60 °C) im gesamten System erreicht werden,
  • ein längerer Leerstand oder eine Phase mit deutlicher Stagnation vorliegt,
  • es viele selten genutzte Entnahmestellen gibt (Gäste-WC, Kellerwasserhahn, Gartenzapfstellen),
  • eine Anlage gewerblich oder öffentlich genutzt wird und die gesetzlichen Pflichtkriterien für Untersuchungen greifen könnten,
  • der Maßnahmenwert überschritten wurde und eine strukturierte Ursachenermittlung sowie Risikoabschätzung erforderlich ist,
  • das Leitungsnetz erweitert oder geändert wird und Totleitungen vermieden werden sollen.

 

Ein Meisterbetrieb kann in diesen Situationen nicht nur die Einstellungen optimieren, sondern auch rechtliche und hygienische Anforderungen transparent mit Ihnen abstimmen.

 

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Was qualifizierte Meisterbetriebe für Sie leisten

 

Ein qualifizierter Meisterbetrieb betrachtet nicht nur die Temperatur am Speicher, sondern die komplette Trinkwasserinstallation: Speichergröße, Zirkulationsleitungen, Leitungsführung, mögliche Totleitungen und das reale Nutzungsverhalten. Er prüft, ob die empfohlenen Warmwassertemperaturen an allen relevanten Stellen erreicht werden und ob Anpassungen nötig sind, um Hygiene, Effizienz und Komfort in Einklang zu bringen.

 

Das gibt Ihnen nicht nur Sicherheit, sondern schützt Sie auch rechtlich – gerade als Vermieter oder Betreiber eines öffentlich genutzten Gebäudes.

 

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Fazit: Legionellen bei der Wärmepumpe – beherrschbar, wenn man es richtig angeht

Legionellen sind ein Thema, das man ernst nehmen sollte – aber mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko gut beherrschen. Eine Wärmepumpe ist dabei kein „Problemfall“, sondern ein modernes Heizsystem, das mit passenden Temperaturen, gut geplanten Leitungen und bestimmungsgemäßem Betrieb effizient und hygienisch sicher arbeiten kann.

 

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

 

  • Legionellen vermehren sich am stärksten bei Temperaturen zwischen etwa 25 und 45 °C; oberhalb von etwa 50 °C wird die Vermehrung deutlich gehemmt, ab über 60 °C sterben die Bakterien rasch ab.
  • Als orientierende Schutzmaßnahme gelten eine Speichertemperatur von rund 60 °C und mindestens etwa 55 °C im Warmwasser-Leitungssystem – insbesondere in größeren oder zirkulierenden Anlagen –, soweit dies mit der Verbrühungssicherheit und dem Systemdesign vereinbar ist.
  • Ebenso wichtig ist die regelmäßige Nutzung aller Entnahmestellen und die Vermeidung längerer Stagnation, insbesondere in großen Speichern oder selten genutzten Leitungen.
  • Legionellenschaltungen (thermische Desinfektion) sind eine ergänzende Maßnahme: Sie können in bestimmten Situationen sinnvoll sein, ersetzen aber nicht den dauerhaft hygienisch geeigneten Betrieb.
  • Ein- und Zweifamilienhäuser sind in der Regel von der gesetzlichen Untersuchungspflicht ausgenommen, sollten sich aber trotzdem an Empfehlungen zu Temperatur und Nutzung
  • Im Zweifel: Einen Meisterbetrieb hinzuziehen – für die korrekte Einstellung und die eigene Sicherheit.

 

Haben Sie noch Fragen zu Ihrer Anlage oder möchten Sie die Temperatureinstellung professionell prüfen lassen? Der Meisterbetrieb in Ihrer Nähe hilft Ihnen gerne weiter.

 

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FAQ: Häufige Fragen zu Wärmepumpe und Legionellen

Ja – wie bei anderen Warmwasseranlagen auch können sich Legionellen vermehren, wenn der Warmwasserspeicher und die Leitungen über längere Zeit in einem günstigen Temperaturbereich (etwa 25 bis 45 °C) betrieben werden und Wasser in Teilen der Anlage stagniert. Das Risiko lässt sich deutlich reduzieren, wenn das Warmwasser im Leitungssystem auf mindestens rund 55 °C gebracht wird, der Speicher typischerweise um 60 °C liegt und alle Entnahmestellen regelmäßig genutzt bzw. gespült werden, sodass kein Wasser über längere Zeit steht. 

Eine pauschale „Einheitstemperatur“ gibt es nicht, aber Fachstellen wie das Umweltbundesamt empfehlen zur Hemmung des Legionellenwachstums im Leitungssystem mindestens etwa 55 °C und eine Speichertemperatur von ungefähr 60 °C, weil Legionellen oberhalb von 60 °C relativ schnell absterben. Temperaturen um 50 °C können das Wachstum bereits bremsen, gelten jedoch insbesondere in größeren oder zirkulierenden Anlagen nicht als allgemein ausreichend sicherer Zielwert. Welche Temperatur im Detail für Ihre Wärmepumpe sinnvoll ist, sollte ein Fachbetrieb unter Berücksichtigung von Anlagegröße, Nutzung und Verbrühungsschutz beurteilen.

Die Legionellenschaltung ist ein Programm, mit dem der Warmwasserspeicher in regelmäßigen oder anlassbezogenen Abständen auf deutlich erhöhte Temperaturen (typisch über 60 °C, teils bis etwa 70 °C) aufgeheizt wird, um vorhandene Legionellen abzutöten. Der wichtigste Baustein für die Hygiene bleibt jedoch der dauerhafte Betrieb mit ausreichend hohen Temperaturen und eine bestimmungsgemäße Nutzung der Anlage; eine Legionellenschaltung wird eher als ergänzende Maßnahme eingesetzt, etwa bei längerer Stagnation, in kritischen Anlagenbereichen oder im Rahmen von Sanierungen.
Ob Sie eine Legionellenschaltung regelmäßig benötigen oder sie nur gezielt einsetzen sollten, hängt von Größe und Aufbau der Anlage, dem Nutzungsverhalten und den örtlichen Rahmenbedingungen ab – hier kann ein Fachbetrieb eine passende Empfehlung geben.

Das hängt von der Nutzungsart und davon ab, ob die gesetzlichen Kriterien für die Untersuchungspflicht erfüllt sind. In Anlagen mit gewerblicher Trinkwasserabgabe – etwa bei Wohnungsvermietung – sieht die Trinkwasserverordnung in der Regel Untersuchungen in festen Intervallen vor, die üblicherweise mindestens alle drei Jahre liegen. Bei öffentlicher Nutzung, etwa in Kindergärten, Schulen oder Hotels, sind Untersuchungen meist mindestens einmal jährlich vorgesehen. Das jeweils zuständige Gesundheitsamt kann im Einzelfall andere Intervalle festlegen, wenn dies fachlich begründet ist.

Nein. Die Untersuchungspflicht hängt nicht von der Wärmepumpentechnik ab, sondern von der Art und Größe der Trinkwasseranlage sowie der Nutzung. Sie greift nur, wenn drei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt sind:

 

  • gewerbliche oder öffentliche Abgabe von Trinkwasser,
  • eine Warmwasseranlage mit mehr als 400 Litern Speicherinhalt oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt zwischen Speicher und Entnahmestelle, und
  • das Vorhandensein von Duschen oder anderen aerosolbildenden Einrichtungen.

 

Ein Bürogebäude ohne Duschen fällt zum Beispiel trotz großem Speicher in der Regel nicht unter die Untersuchungspflicht; Ein- und Zweifamilienhäuser sind generell ausgenommen.

Wird bei einer Untersuchung ein Wert von 100 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml Trinkwasser erreicht oder überschritten, handelt es sich um einen Maßnahmenwert, der eine Reihe von Schritten auslöst. Dazu gehören üblicherweise:

 

  • die unverzügliche Information des zuständigen Gesundheitsamtes (oft durch die Untersuchungsstelle),
  • eine Ursachenermittlung und Prüfung der Anlage im Hinblick auf die anerkannten Regeln der Technik,
  • eine schriftliche Risikoabschätzung mit Bewertung der Gefährdungslage und Ableitung von Maßnahmen,
  • geeignete Schutzmaßnahmen und die Information der betroffenen Verbraucher über Ergebnisse und eventuelle Nutzungseinschränkungen.
    Untersuchungsergebnisse und Maßnahmen sind über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren; in vielen Darstellungen werden hierfür mindestens zehn Jahre als Orientierung genannt. Fachbetriebe unterstützen Betreiber bei der Ursachenermittlung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen.

Systemische Untersuchungen auf Legionellen in untersuchungspflichtigen Anlagen dürfen nur von dafür zugelassenen Untersuchungsstellen durchgeführt werden, die von den zuständigen Landesbehörden offiziell gelistet sind. Nicht jede Hygienefirma oder jedes Installationsunternehmen ist automatisch berechtigt, solche Untersuchungen rechtssicher vorzunehmen; Ergebnisse nicht zugelassener Stellen werden gesundheitlich zwar informativ sein, aber rechtlich oft nicht als Erfüllung der gesetzlichen Pflicht anerkannt. Welche Untersuchungsstellen in Ihrem Bundesland zugelassen sind, erfahren Sie über Ihr Gesundheitsamt oder die jeweilige Landesbehörde.

Nicht jede Wärmepumpe benötigt zwangsläufig einen Heizstab, aber bei vielen Anlagen ist er für hohe Warmwassertemperaturen ein wichtiger Baustein. Luft-Wasser-Wärmepumpen können insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen Schwierigkeiten haben, allein mit der Wärmepumpentechnik Speichertemperaturen um 60 °C und Leitungstemperaturen von mindestens etwa 55 °C sicher zu erreichen. Ein integrierter elektrischer Heizstab kann dann gezielt einspringen, um die notwendigen Temperaturen für den Legionellenschutz zu erzielen.

 

Ob Ihre spezielle Anlage einen Heizstab für hygienisch geeignete Temperaturen benötigt oder ob sie diese mit der Wärmepumpe allein erreichen kann, sollte ein qualifizierter Meisterbetrieb anhand von Gerätedaten, Systemauslegung und tatsächlichem Betrieb prüfen.

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Zuletzt geändert: 04.08.2026

Von: Klimeo Redaktion

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